Lebensqualität soll ins Bürgerforum
Deizisau: Klausurtagung hat Aufgabenkatalog für die nächsten
Jahre erarbeitet
„Tabulos fast alle Ideen ansprechen, sogar Visionen, wie die
Gemeinde sich weiterentwickeln kann.“ Das war laut Bürgermeister
Thomas Matrohs der Sinn der ersten Klausurtagung von Gemeinderat und
Verwaltungsspitze. Anderthalb Tage lang hatte man getagt,
herausgekommen ist ein umfangreiches Papier mit der Überschrift „Deizisau
2018“, das auf der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vom
Bürgermeister präsentiert wurde.
Von Gesa von Leesen
Sieben Oberthemen hatte man bearbeitet: Seniorenpolitik,
Finanzen/Verwaltung, Lebensqualität, Kinder-, Jugend- und
Familienpolitik, Bildung, Ehrenamt, Image und Öffentlichkeitsarbeit.
Die wiederum wurden untersetzt mit 33 „strategischen Zielen“ und
rund 140 mehr oder weniger konkreten Maßnahmen. Die Fraktionen
stellten eine Dringlichkeitsliste auf und danach wurden die
einzelnen Punkte eingefärbt: Was grün ist (das meiste), wird noch in
diesem Jahr angegangen, gelb steht für die Jahre 2010 und 2011,
orange für 2012 und 2013 und rote Schrift signalisiert, dass man
sich damit ab 2014 beschäftigt. Wo die Gemeinde 2018 stehen will,
wird in dem Papier nicht erläutert.
Matrohs lobte das Gremium. Es habe „keine Luftschlösser gebaut,
sondern sehr realistische Ziele entwickelt“. In der Tat stehen die
meisten Vorhaben bereits auf der politischen Agenda oder gehören zum
normalen Geschäft einer Gemeinde. So hat man sich für die Verwaltung
vorgenommen: „Personalentwicklung auf den demographischen Wandel
auszurichten“ (rot), was bedeute, so Matrohs, sich rechtzeitig um
Nachwuchs zu kümmern. Noch in diesem Jahr will die Gemeinde ihre
„finanziellen Handlungsspielräume erweitern“, also über
Gewerbesteuer, Grundsteuer und Gebührenerhöhung nachdenken und
Einsparpotenziale suchen, wie „eventuell Investitionen schieben und
Standards verringern“. Matrohs: „Ohne dass sich das Angebot
verschlechtert“. Auch
der Sportentwicklungsplan soll in diesem Jahr konkret angegangen
werden, wobei „finanzielle Handlungsspielräume reflektiert“ werden
müssen. Das Jugendvereinsheim Hintere Halde findet keine Erwähnung.
Weiterhin steht auf dem Aufgabenzettel die Kooperation mit
Altbach bezüglich der Werkrealschule (grün). In punkto Gewerbe will
Matrohs einen Wirtschaftstammtisch einrichten (grün). Neu ist, dass
zum Thema Lebensqualität ein Bürgerforum eingerichtet werden soll
(grün). Die Verbesserung des Radwegenetz dagegen wird auf sich
warten lassen, dies ist rot markiert.
Unter Kinder- und Familienpolitik finden unter anderem sich
Ausbau der Kernzeit (grün), Ausbau des Patenprojektes (grün) und der
freien Jugendarbeit (grün). Auch in der Bildungspolitik ist fast
alles grün: „Standards der frühkindlichen Bildung erhalten und
ausbauen“, „Berufsorientierung an Haupt- und Realschule“ fördern,
Hausaufgabenbetreuung schaffen. Unter „Ehrenamt“ findet sich wieder
etwas Neues: Um Vereinen einen guten Betätigungsort zu bieten, will
die Gemeinde über „die Sanierung oder den Neubau der Gemeindehalle
reflektieren“ (rot). Und damit Deizisau sich öffentlichkeitswirksam
präsentieren kann, soll ein Logo vielleicht sogar ein Slogan
entwickelt werden (gelb).
Aus den Fraktionen kam viel Lob für den Aufgaben-Katalog. Axel
Tschorn (SPD) betonte allerdings, dass man damit nicht festgelegt
habe, etwas nicht zu tun, nur weil es nicht in dem Katalog vorkommt.
Und Albert Dorner (FWG) gab zu Bedenken: „Wir werden künftig nicht
mehr Personal und nicht mehr Geld haben. Wir sollten also
nicht enttäuscht sein, wenn sich nicht alles eins zu eins umsetzen
lässt.“ In ähnliche Richtung ging die Frage von Norbert Haible
(LED): „Es ist sehr viel grün. Ist das alles leistbar?“
Bürgermeister Matrohs: „Wir prüfen das derzeit. Was die grünen Ziele
angeht, da bin ich optimistisch, dass wir das sofort angehen
können.“
|
|